DER ULTIMATIVE SEEFORELLENKÖDER (TEIL 2)

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Ultimativer Köder, ultimativer Fang!

Im ersten Teil von «Der ultimative Seeforellenköder» beschrieb Roger seine Faszination für die Perlmutt-Spangen und erklärte dir, was sie so fängig macht. Im zweiten Teil erfährst du nun die entscheidenden Details, die dich zum erfolgreichen Perlmutt-Schlepper machen können.

Wie stelle ich die Spangen ein?

Eine Spange hat meist zwei unterschiedliche Biegungen, links und rechts. Da wo die Wölbung grösser ist, wird der Haken montiert. Auf der anderen Seite montiere ich eine Wickelöse. Um den Haken zu montieren, verwende ich einen Einhänger mit einem möglichst breiten Bogen, welcher gewährleistet, dass er an der Spange nicht verkanten kann. Die Hakenspitze mache ich standardmässig in entgegengesetzter Richtung zur Wölbung der Spange. Wenn die Spange nicht die gewünschte Laufeigenschaft zeigt, drehe ich den Haken um 180 Grad. Wenn dies nicht hilft, wechsle ich zu Haken mit anderen Gewichten – bis die Spange aus dem Gleichgewicht fällt. Die meisten Spangen lassen sich durch einige Tests auf ein gutes Laufverhalten einstellen.

Wie finde ich heraus, welche Spangen die Topfänger sind?

Dies findet man natürlich am einfachsten heraus, wenn grundsätzlich die Saison auf Forellen gut ist. Man findet auch keine neuen Pilzplätze, wenn die Pilze nicht am Wachsen sind. Zum Saisonstart verwende ich immer mehrere Sorten, wie Goldfisch, Jade, Onix, Burgus, Rainbow; und diese auch in unterschiedlichen Grössen von ca. 9 – 11cm. Meist zeigt sich nach zwei bis drei Ausfahrten, welche Sorten aktuell am besten gehen. Dann montiere ich von dieser Sorte vermehrt die super fängigen Spangen und mache 50% neue von der Sorte hinzu. In der Regel erweist sich von fünf neuen montierten Spangen eine als sehr fängig. Diese wird dann markiert mit einem wasserfesten Filzstift und sehr sorgfältig aufbewahrt. Je mehr Topfänger von jeder Sorte Spangen in der Box liegen, desto mehr Fische fängt man über die Saison.

Durch systematisches Wechseln und Ausprobieren findet man die besten Spangen.

Beissflauten

Auch wenn man zwölf sehr fängige Spangen im Wasser schwimmen hat, gibt es einzelne oder mehrere Tage, an denen nichts geht. Früher habe ich dann immer die Geduld verloren und habe mir ein neues Blech-Set gekauft, da ich nicht mehr an die Köder glaubte – wahrscheinlich auch mit recht, es waren ja alle verbogen. Heute weiss ich, dass die Spangen zwar vom Fisch akzeptiert werden, aber andere Faktoren nicht optimal sind. Also konzentriere ich mich auf: andere Beisszeiten, andere Tiefen, andere Geschwindigkeit, andere Stellen im Gewässer. In der Vergangenheit habe ich meist am Köder gezweifelt und da die meisten Änderungen gemacht. Heute weiss ich, dass ich mich auf den Köder verlassen kann. Der Glaube an den Köder ist der halbe Fang!

Beisszeiten

Wie das sicher jeder kennt, ist dies auch bei den Seeforellen. 80% der Fische fressen zur gleichen Zeit. Das ist ja bei uns auch so. Die Fangchancen sind dann am grössten. Die Beisszeiten verschieben sich innerhalb von Tagen oder Wochen. Wenn man die Möglichkeit hat häufig am Wasser zu sein und die Beisszeit herausgefunden hat, kann man sich nur auf diese Zeit konzentrieren. Man wird dann mit geringem Aufwand meist mit Fisch belohnt.

Es muss nicht immer Seeforelle sein – Barsch, Hecht und Zander stehen ebenfalls auf die spektakulären Perlmutt-Spangen.

Tiefen

Seeforellen jagen überall. Die einen haben sich auf oberflächennahe Lauben konzentriert, andere jagen den kleinen Barschen in 50m Tiefe nach. Heute fange ich mit fünf Gramm Blei an der Oberfläche, morgen an der gleichen Stelle in 50m Tiefe. Es gibt keine richtige Tiefe. Das Ganze variiert auch je nach Gewässer und Jahreszeit. Man sollte alle Tiefen probieren. Wenn sich eine Tiefe als fängig erweist, sollte man mehrere Spangen in dieser Tiefe anbieten. Letztes Jahr hatte ich in meinem Hausgewässer nur drei Seeforellen auf der Tiefseerolle zwischen 25-40m Tiefe gefangen. Ich überlegte mir auf die Saison 2018 alle 12 Spangen nur noch oben anzubieten um mehr zu fangen. Zum Glück hatte ich dies nicht umgesetzt. Dieses Jahr habe ich die meisten grossen Forellen in der Tiefe gefangen.

Geschwindigkeiten

Jahrelang fuhr ich konstant 3,5-4,0 km/h. Dies funktionierte in der Regel auch ganz gut. In Beissflauten brachten schnellere Geschwindigkeiten (manchmal bis 5,0 km/h) den ersehnten Biss. Die grösste Forelle fing ich dieses Jahr mit 2,5 km/h, ich hatte das Tempo so stark gedrosselt, da bereits eine schöne Seefo im Drill war. Da kam prompt der zweite Biss auf das Schneckentempo. Es ist wie mit der Tiefe, es gibt weder ein richtig noch ein falsch. Ausprobieren bringt die Erfolge!

So sieht das Ergebnis aus, wenn alles zusammenpasst.

Der richtige Ort zum Fischen

 Je grösser die Gewässer, desto schwieriger ist es den Fisch zu finden. Die Räuber sind immer da zu finden, wo das Futter ist. Häufig erkennt man dies aber nicht auf dem Echolot, wenn die Futterfische ganz nahe an der Oberfläche sind. Die Futterfische sind da, wo ihr Futter, das Plankton, ist. Das Plankton sammelt sich an gewissen Stellen im Gewässer, je nach Strömung und Gewässertemperatur. Dort, wo das Vorkommen am grössten ist, ist am meisten Fisch vorhanden. Die Grundströmungen sind meistens gleich in Gewässern (wie der Golfstrom im Meer). Daher sind gute Futterplätze immer an den gleichen Stellen in Gewässern. Sie verschieben sich im Lauf des Jahres nur geringfügig. Jeden Fischkontakt markiere ich auf dem Echolot. Es ist erstaunlich welche Muster sich ergeben! Die Fressplätze zu kennen auf einem Gewässer ist das A & O – wie beim Pilze sammeln.

Seeforellenwetter

Es gibt nur zu viel Wind. Fangen kann man sonst bei jedem Wetter. Je mehr man am Wasser ist, desto mehr Details findet man heraus, welche aktuell zum Erfolg führen. Gehe besser drei bis vier Tage nacheinander zum Schleppen, als jeden Monat nur ein Mal. Es gibt keine Ausreden wie Vollmond, Leermond oder Biese – gehe Fischen! Wenn alle Faktoren passen und man diese zusammenfügen kann, ist es möglich an vielen Schweizer Gewässern erfolgreich auf Seeforellen zu fischen. Wer Geduld und Zeit investiert, wird früher oder später mit Fängen belohnt.

Weiter geht es nächste Woche mit Teil 3 von Rogers «DER ULTIMATIVE SEEFORELLENKÖDER». Dabei beleuchtet er das Herstellen von Perlmutt-Spangen. 

Bis demnächst,

Euer Roger Wyss, www.perlmutt-spangen.ch

Hier geht es zum ersten Teil von „DER ULTIMATIVE SEEFORELLENKÖDER“.

Weitere Videos von Roger findest du auf seinem Youtube-Kanal.

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