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WISSENSCHAFTSAPÉRO – SCHWARZMEERGRUNDELN IN DER SCHWEIZ

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Die Veranstaltung wurde sehr gut besucht

Die Veranstaltung an der Uni Basel war sehr gut besucht

Die Uni Basel lud am 30.11.2016 zum Wissenschaftsapéro wo über die aktuellen Erkenntnisse und Fortschritte der Grundel-Problematik diskutiert wurde.

Text und Bilder: Andi Binder

Das Team um Patricia Holm präsentierte mit ihrem «Grundel-Team» (Roxane Müller, Philipp Hirsch, Anouk N’Guyen, Monica Biondo, Elisabeth Lutz, Vincent Somerville, Irene Adrian-Kalchhauser) diverse neue Erkenntnisse ihrer Arbeit. Hier ein paar Facts für den Fischer.

Die Vorgeschichte – also welchen Schaden die Grundeln anrichten, war nicht Bestandteil dieser Info. Darüber wurde bereits früher informiert. Zusammengefasst gilt aber weiterhin, dass es sehr darauf an kommt. Gewässertyp, Nahrungskette, Krankheiten, Räuber etc. Spannend ist unter anderem die Frage, wie lange es üblicherweise dauert, bis die vorhandenen Räuber Geschmack an den Grundeln finden, oder eben auch nicht. Solche Forschung dauert leider einige Jahre.

  • Im Rhein konnten bis zu 12 Grundeln/m2 gemessen werden. Zunahme immer noch exponentiell steigend über die letzten Jahre.
  • Die Grundeln sind noch nicht über Rheinfelden im Rhein hinaus gekommen.
  • Die Grundeln können mit grossem Aufwand theoretisch mit Reusen und Laichfallen ausgerottet werden. Vor allem wenn eine neue Population früh angegangen wird. Und neben den Adulten Tieren auch der Laich entfernt wird. Praktisch ist dieser Aufwand für ein Gewässer nahezu unbezahlbar. Da würden bei einem grösseren Gewässer Kosten in Millionenhöhe entstehen.
  • Grundeln wurden auch in den Nebenflüssen (Wiese und Ergolz) gefunden.
  • Die Kessslergrundel ist der Vorreiter, dann kommt die Schwarzmaulgrundel. Aktuell nimmt der Bestand der Kesslergrundel ab – und vice versa. Es sind aber bereits drei weitere Grundel Arten im Anmarsch!
  • Messungen wie weit die Grundeln wandern, sind anspruchsvoll und noch in Arbeit.
  • Bei der Frage ob die Angler zur Verbreitung beitragen, wurden diverse Fischerzeitschriften und Foren/Blogs analysiert. Stichwort: Grundeln als Köderfisch. Da viele Publikationen nicht elektronisch sind, wurde wenig Material gefunden und es konnte keine präzise Aussage gemacht werden.
  • Ist die Aquaristik auch eine Gefahr? Diese Frage wird mit einer neuen Studie untersucht. Erste Kontrollmechanismen (TRACES) wurde mit der Schwarzmeergrundel ergänzt.
  • Die angestrebte Durchgängigkeit der Staustufen ist für die Fischwanderung essenziell. Birgt aber natürlich eine Gefahr, dass unerwünschte Fische wandern können. Aus Sicht BAFU ist aber die Fischwanderung viel höher zu gewichten. Wenn Sperren, dann spezifische, wo die schlechten Schwimmer, wie z.B. die Grundeln, aufgehalten werden könnten. Lachs oder Grundeln, für uns Fischer eine einfache Frage..
  • Am 28.08.2016 wurde ein Bootsbesitzer-Treffen abgehalten. Da wurde auf den Flyer hingewiesen. Auf die Frage aus dem Podium ob Gummiboote oder Surfbretter auch ein Problem seien, gab es eine verblüffende Antwort: Nein, die Grundeln hassen alles was neu riecht. Sprich für ihr Laichgeschäft muss der Gewässergeschmack vom Gegenstand angenommen worden sein, somit also länger im Wasser gelegen haben.

Anschliessend mussten alle Teilnehmer einen Fragebogen ausfüllen, welcher Rückschlüsse auf die möglichen Verbreitungswege der Grundeln später aufzeigen soll. Auf die Resultate sind wir gespannt.

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass aktuell die Informationsverteilung die höchste Priorität geniessen soll. Somit die beiden gut gemachten Merkblätter vom BAFU bitte streuen!

Merkblatt für Fischer als PDF
Merkblatt für Bootsbesitzer als PDF

Gute Stimmung und Gespräche beim anschliessenden Apéro mit frisch frittierten Schwarzmeergrundeln!

Tolle Stimmung und gute Gespräche beim anschliessenden Apéro mit frisch frittierten Schwarzmeergrundeln!

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