SAISONERÖFFNUNG AM RHEIN BAD ZURZACH

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1. März Saisonstart Rhein, Forellenfischen, Saisoneröffnung Forlelen Rhein

Wunschtraum, die Realität sieht leider katastrophal aus!

Forellen-Saisoneröffnung 2019 am schönen Rhein bei Bad Zurzach. Dank den Renaturierungsbemühungen über die letzten Jahre konnten die Bestände an Bibern, Eisvögeln, Unken und vielen weiteren Viechern substantiell verbessert werden.

Text: Andi Binder, Bilder alpenfischer.com

Die Naturschützer, Biologen und Ornithologen wittern dank diesem Aufwärtstrend logischerweise Morgenluft. Das dies selbstverständlich unter der Wasseroberfläche nicht mehr gilt und das Bild mit den Forellen aus vergangenen Zeiten stammt, bestätigte dieser 1. März in eindrucksvoller Art und Weise.

Tiefpunkt erreicht!

Denn keiner der Eröffnungsfischer brachte an diesem Tag bei guten Bedingungen auch nur eine einzige Forelle zustande! Der vom Autor verlorene Drill einer Kapitalen war das Fischer-Highlight des Tages. Sonst war dem Gewässer bei idealer Wassertemperatur nicht mal eine «Untermässige» zu entlocken. Was natürlich bei genauem Hinsehen viel schwieriger ist, denn kleine Forellen sind quasi wie ausgestorben. Genau gesagt nähme an diesem regnerischen Freitag die dafür benötigte Naturverlaichung das 2. Stossgebet zum Himmel in Anspruch. Die Situation an einem der letzten freifliessenden Abschnitte am Hochrhein ist so bitter, dass selbst dem Gen-Projekt für nachhaltigen Fischbesatz unter Leitung von David Bittner wenig Hoffnung entgegengebracht wird. So schälte sich bei der Diskussion in der Fischerhütte und den unzähligen Fragen und Argumenten zum Forellen-Dilemma das Thema Pestizide und die schwarzen Vögel als Hauptverantwortliche heraus.

Ohnmacht macht sich breit

Nur hilft das nicht wirklich. Denn es müsste eine visionäre Strategie vom Bund/Kanton her, welche nicht unter der Wasseroberfläche aufhört. Ein Kormoran-Management, welches den Namen auch verdient. Umfangreiche Pestizid-Verbote mit Uferrandstreifen, welche auch kontrolliert werden. Die 4. Stufe der Kläranlagen für ein ganzes Flusssystem, nicht nur ein punktuelles Flickwerk, wo am Schluss keine klärende Analyse möglich ist. Die Liste liesse sich noch beliebig fortsetzten und würde selbstverständlich auch die Lieblingsausrede der Klimaerwärmung beinhalten – das erspare ich Euch aber. Leider ist die Lobby der Fischer sehr klein, da fällt es schwer die Botschaft mit Nachdruck der trägen Politik einzubläuen. Da müssen in Zusammenarbeit mit den Verbänden für die Zukunft radikalere Weckrufe folgen.

So war es für die Eröffnungsfischer kein freudiger, sondern ein nachdenklicher Tag. Er liess viele mit dem zur «Fasnachtszeit» passenden Zitat zurück: Hoffen und Harren – macht manchen zum Narren.

Weiteren zu diesem Thema passenden Artikel „Himmel und Hölle“ finder ihr hier.

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