KAMPF GEGEN PESTIZIDE

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Mehrere Umwelt-, Konsumenten- und  Produzentenorganisationen verlangen eine deutliche Reduktion des Pestizideinsatzes in der Schweiz.

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Medienmitteilung von pro natura

 Keine Pestizide in unseren Gewässern!

Unheimlich, aber wahr: In unseren Bächen und Seen schwimmt ein giftiger Pestizid-Cocktail. Rund 2000 Tonnen Pestizide werden pro Jahr gegen Pflanzen, Pilze und Insekten auf Äcker und Kulturen gesprüht. Von dort landen sie in unseren Bächen und Seen und vergiften Kleinlebewesen. Pro Natura will diesem Gift-Cocktail in unseren Gewässern ein Ende setzen. Damit das gelingt, muss der Pestizid-Einsatz in der intensiven Landwirtschaft deutlich verringert werden. Das ist das Ziel der heute mit einer Plakataktion gestarteten Pro Natura Kampagne «Keine Pestizide in unseren Gewässern!».

Was haben Regenwürmer und Äpfel mit dem Wasser aus einem Bach im Schweizer Mittelland gemeinsam? Sie sind den zahlreichen Pestiziden ausgesetzt, die in der intensiven Schweizer Landwirtschaft eingesetzt werden und schliesslich im Boden, in unseren Gewässern, in unserem Essen, und sogar in unseren Körpern landen. Pro Natura fordert: «Schluss damit!», und lanciert heute eine Kampagne für sauberere Gewässer und für eine umweltfreundlichere Landwirtschaft. Markus Arn, Koordinator der Pro Natura Kampagne: «Der Agrar- und Chemielobby gelingt es, die Bevölkerung in falscher Sicherheit zu wiegen. Dabei ist heute schon deutlich: Pestizide sind überall. Dagegen kämpfen wir mit unserer Kampagne an.»

Bundesrat muss für weniger Pestizide sorgen

In unseren Gewässern sterben Kleinlebewesen wie etwa Bachflohkrebse schon an relativ geringer, aber konstanter Pestizidbelastung. Es sind diese Kleinlebewesen, die für eine natürliche Nahrungskette sehr wichtig sind. Welche Langzeitwirkungen die Giftstoffe auf Lebewesen haben, ohne diese gleich zu töten, ist noch nicht restlos geklärt. Pro Natura fordert, dass besonders schädliche Pestizide vom Markt genommen und alle für eine Zulassung relevanten Studien offengelegt werden. Diesen Sommer will der Bundesrat einen Plan zur Pestizid-Reduktion vorstellen. «Dieser Plan muss eine deutliche Reduktion des Pestizid-Einsatzes bringen und der Industrie sowie der Landwirtschaft unmissverständliche Vorgaben machen. Darauf werden wir pochen», sagt Markus Arn.

Die Schweiz hat ein Pestizid-Problem

Die Fakten sind auf dem Tisch: Die Eawag, das Wasserforschungsinstitut der ETH Zürich, hatte 2014 in einer aufsehenerregenden Studie in 70 Prozent der untersuchten Bäche und Flüsse im Schweizer Mittelland bedenklich hohe Pestizid-Mengen festgestellt; in einzelnen Gewässern wurden bis zu 40 verschiedene Pestizide nachgewiesen. Jährlich gehen rund 2000 Tonnen Pestizide über die Ladentische der Schweiz. Davon werden 80 bis 90 Prozent in der Landwirtschaft eingesetzt. Das häufigste davon, der Pflanzenvernichter Glyphosat, wird von den Krebsspezialisten der Weltgesundheitsorganisation WHO als «wahrscheinlich

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