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ALPENTOUR – DER RÜCKBLICK Teil 1

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Alpenfischer on tour. Mein Bruder Oli und ich hatten uns vorgenommen im Sommer 2017 an möglichst vielen Gewässern im Alpenraum zu fischen. Anfang Juli starteten wir mit einem Bergseetrip.
Kapitel I: Die Alpentortur

Für zwei ehemals sportliche Männer Anfang und Mitte Dreissig kommt der Aufstieg zu den Rorseen einer Demütigung gleich. Es geht einfach verdammt lange, verdammt steil nach oben. Oli und ich brauchten tatsächlich etwas mehr als 6 Stunden bis wir das Ende des Urner Seitentals erreichten. Vorgesehen wären eigentlich 4 Stunden Gehzeit. Das Zusatzgewicht für Übernachtung und Filmaufnahmen war nur für einen Teil unserer Verspätung verantwortlich – wir sind einfach überhaupt nicht in Form.

Die Fischerei gestaltete sich dann bedeutend einfacher. Sämtliche Spinnköder, die ich während der zwei Tage ausprobierte, fingen ihre Fische. Die beiden Rorseen werden wegen der schlechten Erreichbarkeit nicht oft von Anglern besucht, die Fische sind deshalb alles andere als scheu und beissen zuverlässig. Für einen Fliegenfischer wie Oli ist allerdings nicht nur der See, sondern auch das Fangglück schwer erreichbar. Innerhalb seiner Reichweite waren stets nur ein paar kleine Regenbögler unterwegs. Wir hatten es natürlich auf die Namaycush abgesehen. Die Spinnrute war deshalb klar im Vorteil.

Auch wenn es im Rortal wunderschön ist und sogar die Fische «mitspielten», waren wir doch froh wieder absteigen zu können und dieser unwirklichen, kargen Welt auf 2300 Meter über Meer entfliehen zu dürfen. Für eingefleischte Alpinisten mag eine solche Tour easy sein, für uns waren die 72 Stunden ziemlich strapaziös. Dass man die Belastungen und das Gesamterlebnis in bester Erinnerung behält, ist klar. Wer sieht sich selber schon gern als der Depp, der sich 6 Stunden einen Berg hochquält und zweimal unbequem schläft um von einer leicht überdurchschnittlichen Fischerei zu profitieren? Das Rechtfertigungsgefühl geht sogar so weit, dass wir nächstes Jahr wieder hochgehen werden. Zumindest mein Hund Max freut sich dann wirklich, wenn der Wecker klingelt.

Kapitel II: Die Ill im Montafon

Ja sie heisst Ill…ILL (in Grossbuchstaben). Und sie ist der Hauptfluss im Montafon. Oli und ich befischten die Montafoner Ill ein Teilstück, welches sich über viele Kilometer erstreckt. Im Verlauf der Montafoner Strecke wird aus einem winzigen Bergbach ein stattliches Flüsschen. Es ist also für jeden etwas dabei. Um die Ortschaft schruns ist die Ill sehr abwechslungsreich und spannend zu befischen. Will man eher den Bergbachcharakter, fischt man oberhalb des grössten Zuflusses (Litzbach), bevorzugt man etwas mehr Wasser, geht es halt unterhalb zur Sache.

Oli ist wie immer mit der Fliegenrute unterwegs, ich nehme meine Spinnrute. Der Fischbestand ist wirklich enorm und so haben wir regelmässig Bisse. Weil das Gewässer sehr abwechslungsreich ist, sind wir trotzdem ständig am Köderwechseln. Wobbler, Gummi, Bleck…Nymphe, Trockenfliege und Streamer. Oft fischt man mit dem falschen Köder und fängt trotzdem. Der enorme Bestand täuscht etwas über die Probleme hinweg, die (auch) die Ill zweifelsohne hat. Der Fluss wird sehr intensiv für die Stromgewinnung genutzt. Das betreibende Unternehmen, die Illwerke und der bewirtschaftende Fischerverein schaffen mit grosszügigen Besatzmassnahmen einen «Ausgleich». Auch wenn die Fische im Durchschnitt relativ gut aussehen, können sie ihre Herkunft oft nicht verbergen.

Restriktivere Bestimmungen und Besatz mit mehrjährigen Fischen führen zu dem, was Oli und ich gerne als den Österreich-Effekt bezeichnen: Im Gegensatz zu einem Schweizer Bergbach hat der österreichische doppelt so viele Fische mit einer im Durchschnitt 5 Zentimeter grösseren Länge. So richtig super sind beide Varianten nicht…

Was wir an den Motafoner Gewässern sehr schätzen, ist die Tatsache, dass man sowohl Spinn- als auch Fliegenfischen kann. Naturköder würden vermutlich vor allem an der Rute eines unerfahrenen Anglers zu viel Schaden anrichten. Sie sind schlicht nicht nötig. Die Patentausgabe ist ebenfalls ausgezeichnet gelöst. Die Nähe zur Schweiz ist jedoch für uns das schlagende Argument.

Nino von Burg

PS: Fisch ausnehmen gehört auch dazu. So wie im Video unten, geht es schneller und besser.

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